»Errichtung eines Landeplatzes für Außerirdische«, 26.8.2015

Photo: Bianca Rüterbories

Wolfram Adalbert Scheffler

19. März – 5. Juni 2016


Seinen Studenten an der HfBK Dresden gibt Wolfram Adalbert Scheffler folgendes »Mission Statement« mit auf den Weg: Malerei, vornehmlich Zeichnung solle als direktes, spontanes und radikales Ausdrucksmittel auf der Suche nach der eigenen Wahrheit verwendet werden. Routinen seien zu unterbrechen, Seitenwege zu beschreiten, Sackgassen als Lernprozess zu verstehen. Scheffler selbst hat als Lernender eine Kunstakademie nur für einige Monate von innen gesehen. Seine Akademie waren Literatur und Philosophie, Bücher und – Empirie. Seine Wege, auf der Suche nach (Selbst-)Erkenntnis, waren meist Seitenwege, seine Haltung Distanz, sein Mittel ist Reduktion. Der Künstler verschwindet hinter der Form, die Handschrift verschwindet im Gewirr der Linien. Seine Arbeiten bilden Raum nicht ab, sie wollen selbst Raum sein.

»Schefflers neuere Zeichnungen sind fast immer linear. Sie haben einen Anfang und ein Ende, das auch immer wieder Anfang ist, sie sind endlich und zugleich unendlich. Sie [...] haben in ihrer Konzentration
auf das Eigentliche etwas von Protokollen, die einer aufnimmt, der einen Tatort besichtigt, bevor die Tat geschehen ist. Daher die Erregung und die Energie. Was Scheffler als Zeichner protokolliert, ist die Zeit vor der Tat. Sie kann lang sein oder kurz, im Moment des Eintretens des Ereignisses bricht die Zeichnung ab. Ihre Endgültigkeit liegt im Unabgeschlossenen.«
MATTHIAS FLÜGGE

Mit der Ausstellung zeigt das Leonhardi-Museum Dresden Schefflers aktuelles Werk. Zu sehen sind Gemälde, Zeichnungen und Fotografien des Künstlers, eine Intervention im Leonhardi-Kabinett und sogar ein Landeplatz für Außerirdische wird nicht fehlen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Kooperation mit der Galerie Pankow, Berlin.

Biographisches
Wolfram Adalbert Scheffler wurde 1956 in Chemnitz geboren. 1980 begann er ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, das er noch im selben Jahr abbrach. Er hatte mit seiner künstlerischen Arbeit und unangepassten Haltung großen Einfluss auf die Underground-Künstlerszene der DDR, die er 1986 verließ. Danach lebte er in Paris, Amsterdam, Biel und Berlin, seit 2012 ist Scheffler Professor für Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.



» Zur Website des Künstlers






Magisches Quadrat Nr. 3, 2014
Bleistift, Buntstift auf Papier
297 x 210 mm
Foto: Herbert Boswank



Ritzzeichnung II (Nr. 7) / 2010/11
Gips, Pigment, Holz / 30 × 30 cm
Foto: Herbert Boswank

Tobias Stengel

12. Dezember 2015 – 28. Februar 2016


Kunst als Mittel zum Selbstausdruck? Dieser Ansatz interessiert Tobias Stengel wenig. Er ist ein Forscher. Nicht das Schaffen von Bildern scheint im Zentrum seiner Arbeit zu stehen – sondern die Suche nach einer Form der Erkenntnis mit bildnerischen Mitteln. Bei seinen Recherchen stieß Tobias Stengel irgendwann auf Platon und die regelmäßigen Polyeder. Nach Auffassung des alten Griechen bilden sie die Grundbausteine der Welt. Mit dem Würfel, einer Sonderform dieser Polyeder, findet der Künstler seinen Forschungsgegenstand, seine Obsession. Vom Würfel, den er in unendlichen Varianten in der Fläche auffächert, gelangt Stengel zum Kristall, zum Goldenen Schnitt, zum »Magischen Quadrat«, zu »Islamic Patterns«.


»Bei der Betrachtung der Arbeiten entstehen unterschiedlichste Assoziationen. Sie erinnern an europäische und außereuropäische Ornamentik, an musikalische Strukturen, mikroskopische Formen oder an Luftaufnahmen und verdeutlichen die bildnerische Verwandtschaft der Formen und Strukturen in Natur und Kultur.«
SUSANNE GREINKE

Die Ausstellung im Leonhardi-Museum Dresden gibt einen Überblick über Tobias Stengels Gesamtschaffen – mit seit 1987 entstandenen Arbeiten aus seinem »Geometrischen Werk«, seinen Arbeiten zum Würfel, zum Goldenen Schnitt, zu seinen »Islamic Patterns«. Dieser Überblick macht die Konsequenz seiner langjährigen künstlerischen Tätigkeit sichtbar. Zu sehen sind rund 70 Arbeiten des Künstlers.

Biographisches
Tobias Stengel wurde 1959 in Grimma geboren. 1981 bis 1986 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, seitdem als freiberuflicher bildender Künstler tätig. Seit 2007 Lehraufträge an verschiedenen Hoch- und Berufsschulen, zurzeit künstlerischer Mitarbeiter an der HfBK Dresden. Tobias Stengel lebt und arbeitet in Dresden.



Christoph Roßner, Orakel, 2014,
Öl und Acryl auf Papier, 120 x 130 cm,
Foto: Herbert Boswank


Christoph Roßner, Frau, 2013,
Öl und Acryl auf Karton, 30 x 21 cm,
Foto: Robert Vanis


Christoph Roßner, Hose, 2014,
Tusche auf Papier, 29,7 x 21 cm,
Foto: Herbert Boswank



Christoph Roßner, Mondrian, 2014,
Papier, Klebeband und Wasserfarbe auf Leinwand, 56 x 46 cm, Foto: Robert Vanis


Christoph Roßner, sueño americano,
2015, Öl und Acryl auf Leinwand,
110 x 80 cm, Foto: Herbert Boswank


Christoph Roßner, Tasse Sachsen
(aus der Serie neue Sachlichkeit),
2015, Öl auf Papier, 25 x 32,5 cm,
Foto: Herbert Boswank


Christoph Roßner

12. September – 29. November 2015




Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag,
dem 11. September 2015 um 20 Uhr
laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.


Der Künstler ist zur Eröffnung anwesend.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


Während der Eröffnung steht Ihnen der Parkplatz
an der Grundstraße oberhalb des Museums zur Verfügung.


Im Grenzland zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, zwischen Repräsentation und Assoziation bannt Christoph Roßner seine Motive ins Zweidimensionale. Überzeichnungen, Zwischenräume und Leerstellen komplettieren die mehrdeutigen Kompositionen und heben die Hierarchisierung von Vordergrund und Hintergrund, von Innen und Außen auf. Mit seiner Affinität zu Stillleben und anderen klassischen Sujets erzählt Roßners Werk abwegige Geschichten jenseits aller naturalistischen Darstellung. Der Künstler bedient sich dabei eines inszenierten Unvermögens: Figuren erscheinen in kindlicher Reduktion auf Strichzeichnungen, Proportionen und Größenverhältnisse stimmen nicht, der Hintergrund drängt sich durch seine Farbigkeit vor, Objekte werden aufs Zeichenhafte abstrahiert. Die Perspektive wird auf Diagonalen reduziert, die sich nicht auf einen gemeinsamen Fluchtpunkt einigen können. Roßner kitzelt unsere Erwartungshaltungen hervor und enttäuscht sie dann: Mit einem Lächeln auf den Lippen müssen wir sie als irrelevant erkennen.

»Die Themen und Dinge, Landschaften, Gebäude, Interieurs und Gegenstände in Roßners Malerei sind vorwiegend alltäglich, nahezu banal. Dass wir mit ihnen so vertraut sind, erlaubt es dem Künstler, sie uns als fremd vorzustellen. In transformierter Gestalt werden sie bildwürdig. Dabei entfernen sie sich teilweise von ihrer Aufgabe abzubilden und werden zu reiner Malerei.«
HOLGER BIRKHOLZ

Das Leonhardi-Museum Dresden zeigt rund 20 Gemälde und 30 Zeichnungen des Künstlers.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


Biographisches
Christoph Roßner wurde 1982 in Zwickau geboren. Nach Studienaufenthalten in Ecuador und auf Kuba studierte er von 2003 bis 2006 an der Bauhaus-Universität in Weimar und anschließend bis 2009 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. 2011 schloss er ein Meisterschülerstudium bei Prof. Ralf Kerbach ab. Christoph Roßner lebt und arbeitet in Dresden und Leipzig.


www.christophrossner.de



Sylvette, 1995/2015, Sandstein,
47 × 19 × 19 cm



»Stele«, ohne Jahr, Bronze (nach Holz),
84 × 7,5 × 7 cm


»Torso, stehend«, 1990er Jahre,
Sandstein, 85 × 25 × 18 cm


»Figur«, 1988/89, Lärche,
118 × 20 × 26 cm


»Großer weiblicher Kopf«, 1987/2015,
Eiche, 89 × 33 × 55 cm


FRANK MAASDORF

20. Juni – 30. August 2015




Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag,
dem 19. Juni 2015 um 20 Uhr
laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Es sprechen:

Dr. Ralf Lunau
Bürgermeister für Kultur der Landeshauptstadt Dresden

Sigrid Walther

Der Künstler ist zur Eröffnung anwesend.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


Während der Eröffnung steht Ihnen der Parkplatz
an der Grundstraße oberhalb des Museums zur Verfügung.



Frank Maasdorfs Materialien sind vor allem das Holz und der Stein. Der Kopf, die menschliche Gestalt und die Säulenform, die aber immer auch einen naturhaften, von der Figur kommenden Ausgangspunkt hat, sind zentrale Themen seines künstlerischen Schaffens. Dabei fragt Maasdorf nicht zuerst nach dem Motiv, sondern er untersucht das Holz oder den Stein daraufhin, was jeweils in ihnen steckt, was daraus entstehen könnte.

»Frank Maasdorf repräsentiert eine in gleicher Weise unangepasste wie unabhängige Position in der figürlichen Plastik der Gegenwart. Die Anregungen, die er aufnahm, gehen über das Erlernte weit hinaus. Sie speisen sich aus Welt- und Kunsterfahrung, aus den Bildungen der Skulptur der klassischen Moderne ebenso wie aus steinzeitlichen Überlieferungen, aus der Musikalität heimatlicher barocker Sandsteinskulptur wie der vergröberten Formensprache des Expressionismus, der maßvollen Vollkommenheit antiker Skulptur ebenso wie der strengen Andacht romanischer Figuren
oder der Rätselhaftigkeit asiatischer oder indianischer Bildwerke.«
SIGRID WALTHER

Das Leonhardi-Museum Dresden zeigt eine Maasdorf-Retrospektive mit 19 Steinskulpturen, 14 Holzskulpturen und 8 Bronzen.

Biographisches
Frank Maasdorf wurde am 29. Juni 1950 in Dresden geboren. 1970 fand in Maasdorfs Atelier in Dresden-Briesnitz die erste Standart-Ausstellung mit dem Titel »Erster Standart-Raum« statt, an der außer Maasdorf auch A. R. Penck und einige andere Künstler beteiligt waren. Von 1972 bis 1977 studierte Maasdorf an der Dresdner Kunsthochschule, 1977 Diplom bei Gerd Jäger. Seit 1977 lebt er als freischaffender Künstler in Dresden. Seine Werke befinden u.a. sich in der Berliner Nationalgalerie, in der Dresdner Skulpturensammlung, in der Städtischen Kunstsammlung Chemnitz, in der Galerie Moritzburg Halle und der Kunstsammlung Mannheim.



Blatt X der Folge »Italienische Capricci«
2014, 57 x 74 cm (Ausschnitt)



Blatt XI der Folge »Italienische Capricci«
2014, 56 x 73 cm (Ausschnitt)

ULRICH LINDNER

21. März – 7. Juni 2015


Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag,
dem 20. März 2015 um 20 Uhr
laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Es spricht Matthias Flügge.
Der Künstler ist anwesend. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Während der Eröffnung steht Ihnen der Parkplatz an der
Grundstraße oberhalb des Museums zur Verfügung.


Ulrich Lindners magisch-surreale Szenerien, in denen Menschen nur in den Spuren ihrer Taten auftauchen, haben keinen abbildhaften Bezug zum Ort ihres Entstehens, allenfalls einen metaphorischen. Der Künstler komponiert diese Szenerien aus eigenen Fotografien von konkreten Gegenständen und konkreten Orten und erzeugt damit gleichsam Räume einer individuellen Mythologie, geschaffen als Konstrukte der Erinnerung an die Gegenwart – auch dann, wenn ihr Vokabular gänzlich der Vergangenheit entstammt. Lindner bedient sich dabei der Fotografie, der Collage, höchst verfeinerter Ausschneidetechniken, Mehrfachkopien, der Solarisation, trickreicher Belichtungen und fotochemischer Manipulationen. Im Zeitalter digitaler Fotografie und Bildbearbeitung hat er diese analogen Techniken nicht etwa aufgegeben, sondern immer weiter elaboriert.

»Die Metamorphosen, denen der Künstler seine Einzelbilder unterzieht, scheinen zuweilen, als entstammten sie luziden Träumen.«
MATTHIAS FLÜGGE

Das Leonhardi-Museum Dresden zeigt drei Bildserien Ulrich Lindners, die zwischen 2004 und 2014 entstanden. »Unverwandt« (2004) beschreibt die Verhältnisse von Gegenständen zueinander – oder vielleicht auch den Zustand der unverwandten Blicke des Künstlers darauf, der von Ferne an Andrej Tarkowski erinnert. »Der vergebliche Ritt« (2008) vereint sechs Aufnahmen von alten, teils beschädigten, hölzernen Pferden, die Ulrich Lindner in der ihm eigenen Collage- und Kopiertechnik in dunkle, dräuende Räume stellt. Das dramatische Licht lässt sie gleichermaßen als Akteure und Opfer destruktiver Kräfte erscheinen. In der jüngsten Arbeit des Künstlers, den zwanzig »Italienischen Capricci« (2014) collagiert der Künstler eigene Aufnahmen antiker Bild- und Bauwerke, die in der Komposition sowohl materiell als auch ikonografisch neu gedeutet werden.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der sämtliche Arbeiten der drei gezeigten Folgen abbildet.

Biographisches
Ulrich Lindner wurde 1938 in Dresden geboren. Nach dem Abitur und einem Chemiestudium an der TU Dresden arbeitete er von 1963 bis 1982 als Fotochemiker. Seit 1983 ist Lindner als freischaffender Photographiker, Illustrator, Experimentalfilmer und Gärtner tätig. Seit 1975 war er auf 50 Ausstellungen im In- und Ausland vertreten.


Stilleben mit Kanne und Schüssel
50er Jahre, Öl auf Pappe, 74,5 x 99 cm



Dorfstraße, um 1958,
Aquarell und Tusche, 14,8 x 20,9 cm



Landschaft mit Spaziergänger auf Brücke, Häusern und Booten, o.J.,
Öl auf Hartfaser, 36 x 53 cm



Küchenstilleben, um 1955,
Tusche auf Papier, 29,7 x 42 cm

Kommode mit Petroleumlampe, Kanne und Korb, um 1955, Mischtechnik auf braunem Karton


Stilleben mit blauer Kanne, o.J.,
Öl auf Pappe, 68,5 x 80,5 cm

ERNST SCHROEDER

6. Dezember 2014 − 8. März 2015


Ernst Schroeders Position in der deutschen Malerei der 1950er Jahre ist außergewöhnlich und singulär, seine große Bedeutung für die »Berliner Malerschule« ist lange belegt. Kaum jemand weiß hingegen, dass Schroeder auch für etliche Dresdner Künstler sehr wichtig war. Das Leonhardi-Museum würdigt Ernst Schroeder anlässlich seines 25. Todestag mit der ersten Einzelausstellung seiner Werke in Sachsen, die mit wichtigen Leihgaben aus dem Lindenau-Museum Altenburg, der Kunstsammlung Neubrandenburg, dem Pommerschen Landesmuseum Greifswald und vielen Privatsammlungen den Rang des Künstlers belegt.

»In den 1950er Jahren lebte ein bedeutender Maler in Berlin, dessen Bilder in keinem Museum hingen. Nur in den Ateliers seiner damaligen Freunde Werner Stötzer, Manfred Böttcher, Harald Metzkes und anderer konnte man später bei Besuchen Arbeiten von ihm sehen, die von berührender Eindrücklichkeit waren, weil die Gegenstände, die sie zeigten, in ihrer offenkundigen Realität eine metaphysische Dimension gewannen. Da war kein vordergründiges Kunstwollen, dafür eine Intensität, die sich durch einfachste Mittel übertrug, eine Kraft der Bescheidenheit, die man so noch nie gesehen hatte. Dieser Maler hieß Ernst Schroeder und er war lange Zeit aus dem Kunstgeschehen vertrieben. Die Freunde jedoch erinnerten sich seiner mit Hochachtung.«
MATTHIAS FLÜGGE

In der Tat durften in der DDR lange Zeit keine Schroeder-Bilder öffentlich gezeigt werden, erst 1986 war in Neubrandenburg eine kleine Ausstellung möglich. Die erste umfangreichere Ausstellung seines Werkes, die 1990 in Altenburg, Berlin und Rostock stattfand, hat der Künstler selbst nicht mehr erlebt: Er starb am 11. Dezember 1989 in Hamburg. Bereits 1990 gründete sich eine Ernst-Schroeder-Gesellschaft, eine Vereinigung von Künstlern, Kunsthistorikern, Sammlern und Freunden, die sich um die Publikation von Schroeders Werk zu kümmern begann. Ausstellungen wurden organisiert, Werke in öffentliche Sammlungen vermittelt und 1996 legte Jörg Makarinus ein Werkverzeichnis vor.

Die Ausstellung im Leonhardi-Museum vereinigt 20 Gemälde und 25 Zeichnungen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der auch einen Nachtrag zum Werkverzeichnis enthält.

Biographisches
Ernst Schroeder wurde am 15. Juli 1928 in Stettin geboren, lebte in Swinemünde und später in Bansin. Ab 1949 studiert er bei Max Pechstein an der HfBK Berlin-Charlottenburg und beendet sein Studium 1954 als Meisterschüler Pechsteins. Von 1956–1958 war Schroeder Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste bei Otto Nagel und Heinrich Ehmsen. Danach lebt er bis zu seinem Tode zurückgezogen bei seiner Mutter in Hamburg.



Claus Weidensdorfer:
An der Grenze, 1989, Radierung,
8/10, 32 x 25 / 53 x 39 cm



Max Uhlig



Jirí Kolár (1914-2002): Fadengedicht;
Collage, Prägung, Bindfaden, 410 x 315 mm (Rahmen, Holz), 595 x 485 x 15 mm (verklebt), SKD Kupferstich-Kabinett Dresden


Thomas Ranft

Paula Ribariu: Triptychin "Gratulation": Insel im Dunkeln; Graphit über Pinsel, Wasserfarben, 97 x 310 mm,
SKD Kupferstich-Kabinett Dresden


Dieter Goltzsche: Tusche

Hans Theo Richter-Preisträger
1998 – 2014

6. September − 23. November 2014


Aus Anlass der 10. Verleihung des Hans Theo Richter-Preises veranstalten die Sächsische Akademie der Künste, das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sowie die Hildegard und Hans Theo Richter-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Leonhardi-Museum Dresden die Ausstellung

»Hans Theo Richter-Preisträger 1998 – 2014«

1998    Max Uhlig
1999    Jirí Kolár
2000    Paula Ribariu, Werner Wittig
2001    Peter Graf
2003    Thomas Ranft
2005    Lutz Fleischer
2007    Wolfram A. Scheffler
2010    Dieter Goltzsche
2012    Hanns Schimansky
2014    Claus Weidensdorfer

Zur Eröffnung am Freitag,
dem 5. September 2014 um 20 Uhr
laden wir Sie und Ihre Freunde
herzlich ins Leonhardi-Museum ein.

Es sprechen:

Bernd Heise, Leiter des Leonhardi-Museums
Wilfried Krätzschmar, Präsident der Sächsischen Akademie der Künste
Bernhard Maaz, Direktor des Kupferstich-Kabinetts und der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Sebastian Schmidt, Vorstand der Hildegard und Hans Theo Richter-Stiftung

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Im Anschluss an die Eröffnung bittet die Hildegard und Hans Theo Richter-Stiftung zu Ehren der Preisträger zu einem Empfang.

Während der Eröffnung steht Ihnen der Parkplatz an der Grundstraße oberhalb des Museums zur Verfügung.


Hans Theo Richter (1902–1969) war als Grafiker, Zeichner und als Lehrer ein großer Meister. In den Jahrzehnten, da im internationalen Kunstbetrieb vor allem abstrakte Ansätze dominierten, hielt er beharrlich an der Figürlichkeit fest und verlieh ihr eine besonders intensive und humane Sprache. Die Träger des in seinem Namen verliehenen Grafikpreises schreiben mit ihren grundverschiedenen Handschriften den hohen künstlerischen Anspruch Hans Theo Richters fort. Aus Anlass der 10. Verleihung des Hans Theo Richter-Preises zeigen die Sächsische Akademie der Künste, das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sowie die Hildegard und Hans Theo Richter-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Leonhardi-Museum Dresden eine Ausstellung der bisherigen Preisträger. Viele dieser Künstler wie Max Uhlig, Peter Graf, Lutz Fleischer, Dieter Goltzsche, Claus Weidensdorfer und zuletzt Hanns Schimansky waren bereits mit Einzelausstellungen im Leonhardi-Museum zu sehen. Es ist uns nun eine besondere Freude und Ehre, sie erneut, diesmal zusammen mit allen anderen Trägern des Hans Theo Richter-Preises, präsentieren zu können. Die Ausstellung umfasst rund 60 Arbeiten der Preisträger sowie ein Konvolut von Arbeiten Hans Theo Richters.

Der Hans Theo Richter-Preis
Gestiftet von der Hildegard und Hans Theo Richter-Stiftung wird der Hans Theo Richter-Preis seit 1998 in meist zwei- bis dreijährigen Abständen vergeben und ist der mit 20.000 Euro höchstdotierte Grafikpreis in Deutschland. Die Wahl der Preisträger obliegt den Mitgliedern der Klasse bildende Kunst in der Sächsischen Akademie der Künste. Der aktuelle Preisträger 2014 ist Claus Weidensdorfer.




Frank Höhler


Jürgen Matschie



Thomas Kläber


Luc Saalfeld

Frank Höhler, Thomas Kläber,
Jürgen Matschie, Luc Saalfeld

12. Juli − 24. August 2014


ANNÄHERUNGEN.EISENHÜTTENSTADT
Ein fotografischer Essay


Zur Eröffnung am Freitag,
dem 11. Juli 2014, um 20 Uhr,
laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Es spricht Dr. Andreas Krase,
Technische Sammlungen Dresden.

Die Künstler sind anwesend.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Während der Eröffnung steht Ihnen der Parkplatz an der Grundstraße oberhalb des Museums zur Verfügung.

Stalinstadt, in den 1950er Jahren aus dem Nichts heraus geschaffen als repräsentatives Beispiel eines neuen Ordnungsentwurfs, als Metapher für sozialistischen Aufbau, industriellen Aufschwung und neue, fortschrittliche Lebensverhältnisse, gibt es nicht mehr. Schon lange heißt die Planstadt an der Oder Eisenhüttenstadt und vor allem die vergangenen 25 Jahren haben radikale Spuren im architektonischen, wirtschaftlichen und sozialen Gefüge der Stadt hinterlassen. Das ehemalige Außenbild einer Utopie zeigt sich heute nicht zuletzt als Konglomerat von Leer- und Fehlstellen.

Frank Höhler, Thomas Kläber, Jürgen Matschie und Luc Saalfeld haben die aktuellen Gegebenheiten Eisenhüttenstadts mit der Kamera festgehalten.
Höhler widmet sich vor allem den Menschen, den Hiergebliebenen und denen, die hergeschwemmt wurden, Flüchtlingen und Asylbewerbern. Saalfelds Blick ist der klassischer Schwarzweiß-Fotografie – voller Poesie, aber auch voller Aufmerksamkeit für Brüche und sonderbare Details. Kläbers Bilder verdichten sich zur Dokumentation einer subjektiv empfundenen Wirklichkeit zwischen Abrissplatte, Birkenwald, Randzonenästhetik und den Resten der Schwerindustrie. Matschie lässt die Dinge in Dialoge miteinander treten: alte und neue Strukturen, Milchbar und Tuning-Service, Beauty-Shop und Freikirche.
Die vier Künstler nähern sich dem ehemaligen Umfassungsrahmen ökonomischer Funktionen und seinen heutigen Bewohnern mit ihrem jeweils individuell geprägten Wahrnehmungsstil. Im Ergebnis entsteht zwangsläufig kein objektiver Eisenhüttenstadt-Bilderbogen, sondern ein Puzzle aus visuellen Fundstücken, das am Beispiel Eisenhüttenstadts auch fragt: „Wie funktioniert Wahrnehmung, was nehmen wir für wahr?“

Die Ausstellung umfasst ca. 100 Fotografien.


Veranstaltungen zur Museumssommernacht am 12. Juli 2014:

18 Uhr
 Führung zur Geschichte des Hauses und zu Eduard Leonhardi (ca. 45 min)

19 u. 21.30 Uhr Dokumentarfilme zu Eisenhüttenstadt (u. a. von Jürgen Böttcher)

Das Haus und die Ausstellung „Annäherungen. Eisenhüttenstadt“ sind von 18 bis 1 Uhr geöffnet.

Es gibt Wein.




o. T. · 2012 · Tusche · 27 x 38 cm



o. T. · 2011 · Faltung, Tusche, Gouache · 52 x 59 cm



o. T. · 2011 · Faltung, Tusche, Gouache · 37 x 41 cm


o. T. · 2003 · Tusche · 30 x 41 cm

HANNS SCHIMANSKY

5. April – 29. Juni 2014


»
Mikrokanonisches Orchester«


Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Hanns Schimanskys Medium ist das Papier, sein wichtigstes Ausdrucksmittel die Linie. Seine Bildsprache besteht aus Kürzeln, Chiffren und Zeichen, die er seinem Medium auf- oder einschreibt – mal scheinbar frei improvisiert, viel öfter jedoch einem Grundraster aus Faltungen ebenso scheinbar unterworfen. Begrifflichkeiten wie „gegenständlich“, „abstrakt“ oder „informell“ bleiben angesichts Schimanskys komplexer Assoziationsgefüge ohne Bedeutung. Zeichnen – und falten – ist für den Künstler vor allem eine sinnliche Angelegenheit, weniger eine sinnende. Das Sinnen überlässt Schimansky dem Betrachter, der visuelle Fiktionen in eigene Bildwelten, Fantasien oder sogar Partituren zu übersetzen vermag.

„Schimanskys Zeichnungen sind in ihrer melodischen und rhythmischen Partitur keine Abstraktionen oder durch das Auge ‚abgenommene‘ und manifestierte umweltliche Existenzen, sondern seismische Äußerungen des Seins. Durch Schimanskys Hand spricht das zittrige und ewig fragile atmende Dasein, das den Gesetzen in die Freiheit entkommen ist, wie der Jazz in seinem äußersten Spiel als eine improvisierte, also im Augenblick komponierte Musik.“
Eugen Blume, Leiter Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart – Berlin


Die Ausstellung im Leonhardi-Museum umfasst rund 70 Zeichnungen und großformatige, teils farbige Faltungen, die grafische und objekthafte Elemente verbinden.


Biographisches

Hanns Schimansky, geboren 1949, studierte als Meisterschüler bei Gerhard Kettner an der Akademie der Künste in Berlin. Noch heute lebt und arbeitet er in dieser Stadt. Er ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin, Professor an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und Träger des Hans-Theo-Richter-Preises 2012 der Sächsischen Akademie der Künste.




Selbst im Gehäuse, 2013
Öl auf Leinwand, 80 x 90 cm





Die Wilddiebe, 1956
Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm


HARALD METZKES

18. Januar – 23. März 2014


»Bilder«

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Am 23. Januar 2014 wird Harald Metzkes 85 Jahre alt. Aus diesem Anlass würdigt das Leonhardi-Museum Dresden das Werk dieses bedeutenden Malers mit einer Ausstellung in der Stadt, in der Metzkes einst wesentliche künstlerische Schritte ging. Die kleine Retrospektive zeigt Gemälde aus den Jahren 1952 – 2013 und macht wichtige Etappen eines langen Künstlerlebens nachvollziehbar. Aufbauend auf einem aus Brüchen und Experimenten resultierenden malerischen Repertoire entwickelte Metzkes über die Jahrzehnte hinweg einen ganz eigenen künstlerischen Kosmos – aus dem Drang heraus, das Sichtbare in unser Inneres zu bringen, wie er selbst einmal schrieb. Dabei bedient er sich klassischer Sujets wie Landschaft, Akt und Stillleben, doch er schöpft auch aus mythologischen, biblischen und literarischen Stoffen. Auf seinen Bildern begegnen uns Figuren und Situationen von Cervantes, Villon, Shakespeare, Laurence Sterne und aus der Commedia dell’arte.

»Die Herstellung des Bildes entzieht sich der Kontrolle durch das Denken in Worten, und die
Bildform fügt sich immer durch Abstriche am gedanklich Vorausberechneten; aber es kommt letzten Endes ganz aus ihm.«
Harald Metzkes

Die erste Einzelausstellung Harald Metzkes’ in einem Dresdner Museum vereinigt rund 40 Gemälde und Arbeiten auf Papier.

Biographisches
Harald Metzkes wurde 1929 in Bautzen geboren, studierte von 1949 – 1953 an der HfBK Dresden bei Wilhelm Lachnit und war von 1955 – 1958 Meisterschüler an der Akademie der Künste in Berlin. Er wird der sogenannten »Berliner Schule« zugerechnet und arbeitete aus einer ästhetischen Haltung heraus, die sich von der Doktrin des »sozialistischen Realismus« der DDR deutlich unterschied.




Ohne Titel 15-2009
Bleistift
29,5 x 21 cm
Versus signiert, nummeriert und datiert
Sammlung Thomas A. Lange





Ohne Titel 20-2011
Bleistift
29,5 x 21 cm
Versus signiert, nummeriert und datiert
Privatsammlung Köln


SEBASTIAN RUG

12. Oktober – 15. Dezember 2013


»Im Zeichnen sehen«

Zur Ausstellung liegt ein Katalog vor.
Ausstellung und Katalog wurden gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.


Sebastian Rug gehört zu den Künstlern, die sich ausschließlich dem Zeichnen verschrieben haben. Seit nunmehr zehn Jahren realisiert er Arbeiten, die vor allem durch ihre kleinteiligen Strukturen faszinieren. Rugs Zeichnungen basieren nicht auf einem vorher festgelegten Entwurf, sondern entstehen aus dem Schaffensprozess heraus. Zu Beginn der Arbeit steht nur das grafische Grundelement fest, aus dem sich die jeweilige Zeichnung aufbaut. Diese wächst dann allmählich Linie für Linie heran, bis sich ein feingliedriges System horizontaler Schichtungen paralleler, leicht geschwungener Linien, gewebeartiger Gefüge oder kleinteiliger Raster ergibt, das sich figurativ deuten lässt, gleichzeitig aber auch als abstrakte Komposition gelesen werden kann.

»Eine Würdigung der Zeichnungen Sebastian Rugs bliebe unvollständig, würde man die Frage nach den inhaltlichen Assoziationen aussparen, die sich bei der Betrachtung einstellen können. (...) Manche – vor allem ältere – Zeichnungen erinnern an biomorphe Strukturen auf zellularer Ebene. Die Doppellinienzeichnungen erwecken den Eindruck textilen Gewebes. Wieder andere lassen sich zu kartografischen Darstellungen in Beziehung setzen, nicht nur aus dem geografischen, sondern auch aus dem künstlerischen Bereich (…)«
Tobias Burg im Katalog zur Ausstellung.

Während der Frühphase seines Schaffens experimentierte Sebastian Rug mit dem Medium der Radierung. Mittlerweile ist der Bleistift alleiniges Zeichengerät und die Linie das ausschließliche grafische Element.

Die Ausstellung im Leonhardi-Museum Dresden ist (nach Jan Brokof, 2011) die zweite Kooperation des Hauses mit dem Museum Folkwang in Essen. Zu sehen sind 44 Zeichnungen aus den Jahren 2005 bis 2013 und neun Radierungen, die zwischen 2002 und 2004 entstanden. Es ist die erste museale Einzelausstellung des Künstlers in Sachsen.


Biographisches
Sebastian Rug, 1974 geboren in Vacha, studierte 1996–1998 Malerei/Grafik an der HfBK Dresden und 1999–2004 an der HGB Leipzig bei Prof. Rolf Kuhrt und Prof. Arno Rink. Nach seinem Diplom war er Meisterschüler bei Arno Rink. 2006 erhielt er den Förderpreis Junge Kunst der Stadt Stadtlohn, seine Werke waren bereits in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen.

Sebastian Rug lebt und arbeitet in Leipzig.



hauswald-alex


1. Mai 1987


hauswald-u-bahn


U-Bahn-Linie A, Berlin 1987



Oderberger Straße, Berlin, Prenzlauer Berg



Dorfkonsum in Sachsen


Farbfotografien aus: Ferner Osten. Die letzten Jahre der DDR – Fotografien 1986-1990


HARALD HAUSWALD

6. Juli – 22. September 2013


»Erinnerung ausgegraben | Fotografien 1976–1990«

Zur Eröffnung am Freitag,

dem 5. Juli 2013 um 20 Uhr,
laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Es spricht Thomas Sonnenburg.

Der Künstler ist zur Eröffnung anwesend.

Im Leipziger Lehmstedt-Verlag sind zwei Bücher zu Harald Hauswald erschienen. Sie liegen zur Ausstellung vor.


Vom 6. Juli bis 22. September zeigt das Leonhardi-Museum Arbeiten des Berliner Fotografen Harald Hauswald, darunter eine Auswahl jener legendären schwarzweiß Ansichten aus dem Innenleben der DDR, für die er bekannt ist, weiterhin fotografische Dokumente seiner langjährigen Beschäftigung mit dem Thema "Elbe" sowie Farbfotografien wie sie erst kürzlich im Band "Ferner Osten – Die letzten Jahre der DDR" beim Lehmstedt-Verlag erstmals publiziert wurden.


"Harald Hauswald erwarb Ruhm als Chronist des Niedergangs der DDR, er zeigte was war, gebrochen durch sein Temperament: Einfühlung, Sinn für Komik, umtriebiges Wesen. (...) Mit sarkastischer Sensibilität fing er bildkräftige Kollisionen von Anspruch und Wirklichkeit des SED-Staates ein, er blickte in Risse und Klüfte der Gesellschaft, oft zeigte er Schattengeschöpfe des Lebens. (...) Hauswalds Motive waren in der ganzen DDR zu sehen: als Alltagskulisse. Hauswalds Fotos sah man nicht. Keine Zeitung druckte sie. Er war verboten. Gesetzwidrigerweise hatte er für westdeutsche Journale – "Stern", "Geo" – gearbeitet und somit seine Arbeitskraft in den Dienst des Klassenfeindes gestellt." (Christoph Dieckmann in „Ferner Osten“)


Harald Hauswald steht für Interviews zur Verfügung
am 1.7. von 10 –18 Uhr,
am 2.7. von 10 –13 Uhr,
am 5.7. ab 19 Uhr.


Biographisches
Der 1956 in Radebeul bei Dresden geborene Harald Hauswald kam nach der Ausbildung zum Fotografen 1977 nach Berlin. Er arbeitete in verschiedenen Jobs und ab 1981 als Fotograf für die evangelische Stephanus-Stiftung. Seine Aufnahmen vom DDR-Alltag entstanden alle im Eigenauftrag, ab 1986 auch für westliche Medien wie Stern und Geo. 1990 gehörte er zu den Gründern der Agentur Ostkreuz. 1997 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.


zur Website des Künstlers



o.T., ehemals Tännchen; 2013
Öl auf Leinwand, 180 x 145 cm


Etagenbild, 2012,
Öl auf Leinwand, 100 x 120 cm



Mondlicht, 2012,
Öl auf Leinwand, 160 x 210 cm



Hangstreifen, 2012,
Öl auf Leinwand, 100 x 120 cm

EBERHARD GÖSCHEL

21. März – 23. Juni 2013


»Neue Bilder«


Eberhard Göschel spielt eine bedeutende Rolle in der Dresdner Kunstgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Ganz aus der Tradition einer Dresdner Malerschule, die von Gotthardt Kuehl über Bernhard Kretzschmar zu Theodor Rosenhauer reicht, und in die Göschel sich als legitimer Fortsetzer einreiht, entwickelte der Künstler in fünf Jahrzehnten selbstbestimmter Arbeit ein singuläres Werk, das nur ein Ziel zu kennen scheint: das der Konzentration und Verdichtung hin zu einer gleichsam autonomen Körperlichkeit der Malerei.
Bedenkt man, dass die letzte museale Dresdner Einzelschau des Künstlers 1994 (Staatliche Kunstsammlungen) zu sehen war und die letzte Ausstellung in Sachsen (Kunstsammlungen Chemnitz) fast zehn Jahre zurückliegt, scheint es obsolet, weitere Argumente für eine Dresdner Ausstellung mit aktuellen Arbeiten des Künstlers anzuführen.
Dass die Ausstellung im Leonhardi-Museum stattfindet, liegt an der Programmatik unseres Hauses ebenso wie an der langen Liaison, die Göschel mit diesem Museum verbindet: 1975 fand hier seine erste Einzelausstellung statt, 1981 zeigte er hier erneut aktuelle Arbeiten. Überdies war Göschel von 1975–1983 Mitglied (1976–1979 auch Leiter) der AG Leonhardi, auf deren Arbeit der Ruf unseres Hauses zu DDR-Zeiten als wichtiger Ort zeitgenössischer, nonkonformer Kunst gründete.

„Eberhard Göschels Arbeit kommt ohne ironische Reflexionen von Politik und Gesellschaft aus, sie ist allein aus individuellen Erfahrungen und Erlebnissen hervorgegangen, solchen der Wirklichkeit, der Natur und der Kunst. Sie verweigert jede Narration und ist doch in ihrer Geschichte und ihrem Zusammenhang als eine große Lebenserzählung des Künstlers lesbar. Und die handelt von der Zeit und vom Licht, davon wie die Farben Licht in sich aufnehmen, wie das Licht in der Zeit schwer werden kann, wenn es sich gleichsam in Farben materialisiert. Es gibt kein Spektrum in Göschels Farbenlehre, es gibt nur eine schmale, vielfach gebrochene Skala zwischen Dunkelocker und verschwindenden Blaus, vibrierendem Weiß hin zu einer reichen Tonalität der Unfarbe Schwarz. (...)
Die Bilder tragen Titel. Sie heißen ‚Endfassung’, ‚Streifenbild’, ,Mondlicht’, ,Schleierhaft’ ... Oft geben Maler ihren Bildern Titel, die sie unterscheidbar machen. Andere teilen mit, was der Betrachter sieht oder sehen soll und wieder andere stellen des Künstlers Bildungshintergrund unter Beweis. Bei Göschel scheint das anders zu sein. Seine Titel ergehen sich in freien Assoziationen, wir können ihnen folgen oder etwas ganz anderes sehen. Landschaften etwa, Gewächs und Gestrüpp, Geröll oder funkelndes Mineral. Organisches und Unorganisches, Phänomene des Übergangs, Sedimente auch hier.“

Matthias Flügge im Katalog zur Ausstellung, 2013

Eberhard Göschel – Biographisches

geboren am 28. März 1943 in Bubenreuth
Kindheit in Königstein/Sächsische Schweiz
Abitur und Gebrauchswerberlehre in Pirna
Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden
Meisterschüler in Berlin
Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste
lebt und arbeitet in Dresden und Fürstenau

Jana-Morgenstern-Steine-I-23-2008-b

»
Steine I-23«
2008 | Fettkreide, Tusche auf Papier
420 x 600 mm

JANA MORGENSTERN

19. Januar – 10. März 2013


»Arbeiten 2007 – 2012«


»Den Anfang markiert ein Stein, gefunden an einem Strand an der Nordküste der Insel Rügen, hervorgegangen aus einer Gesteinsmasse, die vor Jahrtausenden von einem skandinavischen Gletscher Richtung Süden geschoben wurde. Das Objekt wird zum Medium eines Prinzips, das seit 2006 im Zentrum von Jana Morgensterns künstlerischer Arbeit steht: Seine Kontur wird einmal, zweimal, vielfach umrissen und der Stein somit zur Schablone.«

Das Leonhardi-Museum präsentiert eine Auswahl von Zeichnungen auf Papier und Leinwand sowie bearbeitete Lithografien der Dresdner Künstlerin Jana Morgenstern aus den Jahren 2007 bis 2012. Zentrales und immer wiederkehrendes kunsttheoretisches Thema ist dabei die Kontur, die für Jana Morgenstern eine bewusste formale Vereinfachung darstellt. Diese Rückkehr zur Linie eröffnet der Künstlerin vielfältige gestalterische Möglichkeiten, die sie auf wechselnden Trägern und mit verschiedenen Techniken in seriellem Vorgehen auslotet. So gruppieren sich zarte, filigrane Liniengeflechte zu neuen Gebilden oder formieren sich zu amorphen Bändern, welche die Bildfläche bis zum Rand überziehen.

»Es sind Fragen nach Gegenständlichkeit und Abstraktion, die hier verhandelt werden. Die Kontur ist konzeptuelles Bindeglied zwischen diesen beiden Polen. Im Changieren dazwischen aber scheint eine andere Art der Auseinandersetzung mit Landschaft als einem unerschöpflichen Formenpotenzial auf, aus dem heraus ein neues Vokabular entsteht.«

Zitate: Agnes Matthias: Konturen (Katalog zur Ausstellung im Leonhardi-Museum, 2013)


Jana Morgenstern – Biografisches

1967 geboren in Erlabrunn-Steinheidel (Erzgebirge)
1985 Abitur in Schwarzenberg
1985–90 Studium Kunsterziehung/Deutsch in Dresden
1990–96 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Prof. Günter Horlbeck und Prof. Max Uhlig
1996–98 Meisterschülerin bei Prof. Max Uhlig
1998 Sächsisches Landesstipendium für Meisterschüler
seit 1998 freischaffend in Dresden
Lehrauftrag für Malerei an der TU Dresden
1999 von der Stadt Dresden geförderter Arbeitsaufenthalt in Cleveland, Ohio
2000 Aufenthaltsstipendium der Kulturstiftung Sachsen in Ahrenshoop
2001 Dozentin für Malerei, 4. Internationale Sommerakademie Dresden
2002 Teilnahme am 12. Sächsischen Druckgrafik-Symposion in Hohenossig
2005/07 von der Stadt Dresden geförderte Arbeitsaufenthalte in Mazedonien
seit 1999 jährliche Reisen auf die Insel Rügen