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»Mittelstrecke«, 2015, Seide, Pappe, Blattsilber, 70 × 25 × 15 cm
»Mittelstrecke«, 2015, Seide, Pappe, Blattsilber, 70 × 25 × 15 cm
»Levanz!«, 2015, Kunstseide, 20 × 60 cm
»Levanz!«, 2015, Kunstseide, 20 × 60 cm
»Kurzstrecke«, 2012, Draht, Wolle, 42 × 37 × 19 cm
»Kurzstrecke«, 2012, Draht, Wolle, 42 × 37 × 19 cm
Atelierwand, 2016
Atelierwand, 2016

Christoph RoddeMittelstrecke

10.12.2016 — 26.02.2017

Eröffnung am Freitag, dem 9. Dezember um 20 Uhr.
Es spricht Frau Dr. Agnes Matthias.
Der Künstler ist zur Eröffnung anwesend;
während der Ausstellung erscheint ein Katalog.

Papier und Karton, Seide und Tüll, Folie, Faden, Wolle, Nadel, Draht und Klebeband, Filzstift, Bleistift, Plastik, Federn oder Blütenblätter – Christoph Rodde scheint nicht wählerisch, was die von ihm verwendeten Materialien angeht. Er legt, stellt, hängt sie aneinander, näht, heftet, klebt, bindet, spannt; was daraus entsteht, sind seltsame Gebilde, fragil, schwebend, dazwischen Wörter auf Wänden, verschlungene Linien, die über Flächen mäandern. Christoph Rodde lotet die Eigenschaften seiner Materialien aus, die Textur, die Farbigkeit, die stoffliche Qualität, er deutet sie um, kombiniert und entwickelt daraus nie dagewesene Dinge.

Ein Bogen Papier, eine Schnur, eine Plastikflasche oder ein Stück Stoff durchlaufen eine Metamorphose, verwandeln sich in etwas, für das es keine Namen gibt. Rodde muss auch die dazuerfinden: »Wandrager«, »Wollhauben« oder »Vielbein« heißen dann die Bestandteile seiner Welt, die mit der Funktionalität ihrer »Rohstoffe« nichts mehr am Hut hat – dafür aber ganz neue Wahrnehmungsräume eröffnet. In drei Sälen des Leonhardi-Museum versammelt der Künstler nicht einfach nur seine Arbeiten vorwiegend aus den vergangenen zehn Jahren, sondern schafft in ihnen ein eigenständiges temporäres Werk. Mit »Mittelstrecke« zieht Christoph Rodde darüber hinaus eine Zwischenbilanz seines Schaffens, die auf Kommendes gespannt sein lässt.

»Ein kleines Seifenreststück – der Duft zu schön, um es wegzuwerfen – stand bei Christoph Rodde am Beginn eines Nachdenkens über den künstlerischen Umgang mit den Dingen. Eine kunsthistorische Referenz kann, wenn man denn nach ihr suchen möchte, eine Kunst sein, die unter Einbezug gefundener Materialien entstand: die Zeitungsausschnitte und Papierfetzen in den Collagen des Dadaismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts etwa, das surrealistische objet trouvé oder die profanen Gegenstände in den Assemblagen der Künstler des Nouveau Realisme in den 1960er Jahren.«
— Dr. Agnes Matthias —

Das Leonhardi-Museum Dresden zeigt Zeichnungen, Objekte und Installationen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der auch die Ausstellung abbildet und auf einer Midissage am 31.1.2017 ab 19 Uhr im Museum vorgestellt wird.

Biographisches
Christoph Rodde wurde 1968 in Arnsberg, Nordrhein-Westfalen, geboren. Er studierte an der Universität Hildesheim und an der Hochschule für Bildende Künste Dresden in der Fachklasse von Prof. Ursula Sax. Seine Werke sind unter anderem in den Sammlungen des Museums Folkwang Essen, der Staatliche Kunstsammlungen Dresden und der Städtischen Galerie Dresden präsent.

»Fürstapel«, 2008, Detail, Skalpellschnitt, Papiere, je 20 × 31 × 5 cm
»Fürstapel«, 2008, Detail, Skalpellschnitt, Papiere, je 20 × 31 × 5 cm
»Extension«, 2015, Glas, Stearin, 18 × 13 × 8 cm
»Extension«, 2015, Glas, Stearin, 18 × 13 × 8 cm