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Frank Höhler
Frank Höhler
Thomas Kläber
Thomas Kläber
Jürgen Matschie
Jürgen Matschie
Luc Saalfeld
Luc Saalfeld

Frank Höhler, Thomas Kläber, Jürgen Matschie, Luc Saalfeld

12.07.2014 — 24.08.2014

ANNÄHERUNGEN.EISENHÜTTENSTADT

Ein fotografischer Essay

Eröffnung am Freitag, dem 11. Juli um 20 Uhr.
Es spricht Dr. Andreas Krase, Technische Sammlungen Dresden.
Die Künstler sind zur Eröffnung anwesend;
zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Stalinstadt, in den 1950er Jahren aus dem Nichts heraus geschaffen als repräsentatives Beispiel eines neuen Ordnungsentwurfs, als Metapher für sozialistischen Aufbau, industriellen Aufschwung und neue, fortschrittliche Lebensverhältnisse, gibt es nicht mehr. Schon lange heißt die Planstadt an der Oder Eisenhüttenstadt und vor allem die vergangenen 25 Jahren haben radikale Spuren im architektonischen, wirtschaftlichen und sozialen Gefüge der Stadt hinterlassen. Das ehemalige Außenbild einer Utopie zeigt sich heute nicht zuletzt als Konglomerat von Leer- und Fehlstellen.

Frank Höhler, Thomas Kläber, Jürgen Matschie und Luc Saalfeld haben die aktuellen Gegebenheiten Eisenhüttenstadts mit der Kamera festgehalten. Höhler widmet sich vor allem den Menschen, den Hiergebliebenen und denen, die hergeschwemmt wurden, Flüchtlingen und Asylbewerbern. Saalfelds Blick ist der klassischer Schwarzweiß-Fotografie – voller Poesie, aber auch voller Aufmerksamkeit für Brüche und sonderbare Details. Kläbers Bilder verdichten sich zur Dokumentation einer subjektiv empfundenen Wirklichkeit zwischen Abrissplatte, Birkenwald, Randzonenästhetik und den Resten der Schwerindustrie. Matschie lässt die Dinge in Dialoge miteinander treten: alte und neue Strukturen, Milchbar und Tuning-Service, Beauty-Shop und Freikirche.

Die vier Künstler nähern sich dem ehemaligen Umfassungsrahmen ökonomischer Funktionen und seinen heutigen Bewohnern mit ihrem jeweils individuell geprägten Wahrnehmungsstil. Im Ergebnis entsteht zwangsläufig kein objektiver Eisenhüttenstadt-Bilderbogen, sondern ein Puzzle aus visuellen Fundstücken, das am Beispiel Eisenhüttenstadts auch fragt: „Wie funktioniert Wahrnehmung, was nehmen wir für wahr?“

Die Ausstellung umfasst ca. 100 Fotografien.

Veranstaltungen zur Museumssommernacht am 12. Juli 2014:

18 Uhr
Führung zur Geschichte des Hauses und zu Eduard Leonhardi (ca. 45 min)

19 u. 21.30 Uhr
Dokumentarfilme zu Eisenhüttenstadt (u. a. von Jürgen Böttcher)

Das Haus und die Ausstellung „Annäherungen. Eisenhüttenstadt“ sind von 18 bis 1 Uhr geöffnet.

Es gibt Wein.