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»Porträt Heinrich Drake«, 1988, Grafit, 52 × 35 cm
»Porträt Heinrich Drake«, 1988, Grafit, 52 × 35 cm
»Rolf Hoppe, nach links blickend«, 2.1.1990, schwarze Kreide, 25,0 × 50,5 cm
»Rolf Hoppe, nach links blickend«, 2.1.1990, schwarze Kreide, 25,0 × 50,5 cm
»Selbstbildnis nach rechts«, 1987, Grafit, 18,7 × 18,5 cm
»Selbstbildnis nach rechts«, 1987, Grafit, 18,7 × 18,5 cm
»Caspar«, 5.9.1985, Grafit, 29,7 × 42,2 cm
»Caspar«, 5.9.1985, Grafit, 29,7 × 42,2 cm

Gerhard KettnerZeichnungen

01.12.2018 — 03.03.2019

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, dem 30. November um 20 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Es spricht Frau Dr. Fröhlich-Schauseil.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Führungen mit der Co-Kuratorin der Ausstellung und Autorin des Katalogs, Anke Fröhlich-Schauseil:

Donnerstag 13.12.2018 17 Uhr
Sonnabend 26.01.2019 14 Uhr
Montag 25.02.2019 17 Uhr

(Eintritt 4,50 €/3,50 €)

Gerhard Kettner (1928 – 1993) wäre in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden. Seine letzte Ausstellung in Dresden ist bereits 15 Jahre her. Beides nehmen wir zum Anlass, dem Zeichner eine Ausstellung zu widmen – denn seine Werke, darunter Interieurs, Landschaften, Akte und vor allem Porträts, haben es verdient, von jeder Generation erneut betrachtet und damit geistig in Besitz genommen zu werden.

Vor allem Personen aus dem Familien- und Freundeskreis zeichnete Kettner so oft, bis er einen von Indifferenz und Zufällen bereinigten, gültigen Ausdruck für seine Wahrnehmung gefunden hatte. In eindrücklichen Selbstbildnissen forschte er den Spuren des Lebens im eigenen Gesicht nach. Daneben entstanden spielerisch freie Blätter, in denen er mit dem Stift gleichsam fabulierte. In diesen Zeichnungen vermittelt sich Kettners Neugier für alle Spielarten menschlichen Stehens, Gehens und Seins, sein immer wieder aufs Neue wachgerufenes, echtes Interesse am Gegenüber. Kettner selbst stand über seine Lehrer Max Schwimmer und vor allem Hans Theo Richter in der Dresdener Kunsttradition und suchte darüber hinaus Anregung in der gesamten europäischen Kunstgeschichte.

Das Leonhardi-Museum widmet sich mit der Ausstellung einmal mehr seiner Spezialstrecke »Zeichenkunst« und knüpft gleichzeitig weiter am Netz der Dresdner Kunstzusammenhänge: Einige von Kettners Schülern wie Hanns Schimansky und Holger John sowie Nachfolger auf seiner Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden wie Elke Hopfe und Wolfram Adalbert Scheffler waren in unserem Haus bereits zu sehen.

»Unabhängig davon, was sein Schaffen für den Künstler selbst bedeutete und wie es im zeitlichen Kontext des halben Jahrhunderts von 1943 bis 1992 verstanden wurde, lassen uns Gerhard Kettners Zeichnungen etwas von der Einmaligkeit des einzelnen Menschen und seiner Wahrnehmung erfahren. Bis zum Schluss […] sind es die Körper und Gesichter von Menschen, die als Zeichenanlass wie zur Betrachtung in doppeltem Sinn von anhaltendem Interesse sind.«
— ANKE FRÖHLICH-SCHAUSEIL —

Anke Fröhlich-Schauseil hat zur Ausstellung einen ausführlichen Essay verfasst und diese sowie den dazugehörigen Katalog gemeinsam mit Bernd Heise eingerichtet, große Hilfe erhielten sie dabei von Marlies Giebe. Leihgaben kommen außerdem aus dem Kupferstich-Kabinett Dresden, dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst und aus Privatbesitz. Es werden ca. 65 Zeichnungen aus allen Phasen von Kettners Schaffen und zudem etliche Skizzen zu sehen sein.

Biographisches
Gerhard Kettner wurde 1928 in Mumsdorf/Thüringen geboren. Nach einer Lehre als Lithograf, nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft studierte er an der Hochschule für Baukunst und Bildende Künste Weimar und der HfBK Dresden u.a. bei Hans Grundig, Max Schwimmer und Hans Theo Richter. Von 1961 bis kurz vor seinem Tod 1993 lehrte er an der HfBK, deren Rektor er von 1970 bis 1974 sowie von 1979 bis 1981 war.