Leonhardi-Museum Dresden

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Aus »Siebenbürgen«, 1980, 38,5 × 24 cm, Silbergelatineabzug
Aus »Siebenbürgen«, 1980, 38,5 × 24 cm, Silbergelatineabzug
»Winsstraße mit Taube«, 1970er-Jahre, 26 × 38,5 cm, Silbergelatineabzug
»Winsstraße mit Taube«, 1970er-Jahre, 26 × 38,5 cm, Silbergelatineabzug
Aus: »Häuser und Gesichter. Halle 1983–85«, 35,8 × 24 cm, Silbergelatineabzug
Aus: »Häuser und Gesichter. Halle 1983–85«, 35,8 × 24 cm, Silbergelatineabzug
Aus: »Frauen im Bekleidungswerk VEB Treffmodelle Berlin«, 1984, 35,8 × 24 cm, Silbergelatineabzug
Aus: »Frauen im Bekleidungswerk VEB Treffmodelle Berlin«, 1984, 35,8 × 24 cm, Silbergelatineabzug
Aus: »Müllfahrer«, 1974, 30,8 × 20,6 cm, Silbergelatineabzug
Aus: »Müllfahrer«, 1974, 30,8 × 20,6 cm, Silbergelatineabzug

Helga ParisFotografie

09.10.2021 — 16.01.2022

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, dem 8. Oktober um 20 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Begrüßung: Bernd Heise
Leonhardi-Museum Dresden

Grußwort: Dr. Ellen Strittmatter
Leiterin der Abteilung Kunst des ifa, Institut für Auslandsbeziehungen e.V.

Einführung: Inka Schube
Kuratorin für Fotografie am Sprengel Museum Hannover

Zur Ausstellung liegt ein Katalog vor.
Zusätzlich erscheint der Band »Helga Paris. Portraits« bei Spector Books.


Eine Ausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen e. V., Stuttgart www.ifa.de

Hinweis: Die Gemälde von Eduard Leonhardi sind während dieser Ausstellung nicht zu sehen.

Das Leonhardi-Museum Dresden zeigt in seiner Fotografie-Reihe die Tourneeausstellung „Helga Paris. Fotografie“, die von Inka Schube, Kuratorin für Fotografie am Sprengel Museum Hannover, für das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) kuratiert wurde. Die Station in Dresden wurde von Bernd Heise, Leiter des Leonhardi-Museums Dresden, gemeinsam mit der freien Kunsthistorikerin Franziska Schmidt eingerichtet. Die Ausstellung wurde in den letzten 9 Jahren an insgesamt 21 Stationen weltweit gezeigt.

Helga Paris nimmt als eine der wichtigsten zeitgenössischen Fotografinnen ihrer Generation eine herausragende Rolle in der deutschen Fotografie ein. Ihre subtilen Innenansichten vor allem des Alltags im sozialistischen Deutschland und in den Staaten Osteuropas machen sie zu einer wichtigen Chronistin der Zeit. Als Fotografin widmete sich Paris sehr unterschiedlichen Themen mit einer besonderen Vorliebe für die Portraitfotografie.

Helga Paris, 1938 in Gollnow geboren, studierte Modegestaltung, bevor sie sich 1964 autodidaktisch mit dem Medium Fotografie auseinanderzuzusetzen begann. Geschult durch die Malerei der Moderne, das frühe sowjetische, italienische und französische Kino, das Theater und die Poesie, entwickelte die fotografische Autodidaktin über viereinhalb Jahrzehnte hinweg ein umfangreiches OEuvre in zärtlich-nuancenreichem Schwarzweiß.
In Berlin-Prenzlauer Berg, wo Paris seit 1966 wohnt, entstehen erste Aufnahmen der Menschen aus ihrer Nachbarschaft. Ihre Motive findet sie in Wohnungen, Kneipen, Pausenräumen und Werkhallen, auf Straßen und Bahnhöfen.
Anfang 1980 fotografiert sie auf einer Fahrt nach Siebenbürgen, weitere Reisen folgen bis 1997 nach Georgien, Wolgograd, New York, Rom oder Polen. In den 1980er Jahren entstehen Serien von Textilarbeiterinnen, Berliner Jugendlichen und ihre Selbstportraits. Der mitteldeutschen Industriestadt Halle/Saale hat sie mit „Häuser und Gesichter“ ein fotografisches Denkmal gesetzt. Erst 1991 konnte ihre unprätentiöse Sicht auf die Stadt und ihre Einwohner unter dem Titel „Diva in Grau“ im Mitteldeutschem Verlag veröffentlicht werden. Die beiden filmisch anmutenden Fotoessays „Erinnerungen an Z.“ und „Friedrichshain“ Anfang der 1990er Jahre tauchen auf der Suche nach der eigenen Kindheit auch in die deutsche Geschichte ein.
Seit 1996 ist Helga Paris Mitglied der Berliner Akademie der Künste, wo sich heute ihr Negativ-Archiv befindet.

Die Bildwelt von Helga Paris ist geprägt von einer poetischen Nahbarkeit, die auf jegliche Interpretation oder Ideologisierung verzichtet. Paris interessieren die alltäglichen, mitunter ganz banalen Momente des Bei-sich- und Miteinander-Seins: Haltungen, Blicke, Gesten, Bewegungen, Oberflächenstrukturen und Räume, die von den Umständen, den Geschichten und Erfahrungen der Menschen und Dinge ebenso berichten wie von der Art und Weise, mit diesen Umständen umzugehen. Dank der besonderen Fähigkeit, vernachlässigte Straßenzüge und verfallende Häuser mit der gleichen mitfühlenden und zärtlichen Strenge zu fotografieren wie die dort lebenden Bewohner, gibt den Dargestellten eine
besondere Würde. Stets geht es um die Frage, wie sich die jeweiligen Umstände der Geschichte und Zeit in das Privateste und in den Alltag einschreiben.

Die Ausstellung des ifa wird von rund 30 Künstlerportraits ergänzt.
Insgesamt werden rund 130 Aufnahmen aus einem Zeitraum von 1968 bis 1997 gezeigt. Ein Dokumentarfilm-Triptychon der Regisseurin Helke Misselwitz gibt zudem Einblicke in das Leben und Werk von Helga Paris.

Über das ifa
Das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) ist Deutschlands älteste Mittlerorganisation und feierte 2017 sein 100-jähriges Bestehen. Es engagiert sich weltweit für ein friedliches und bereicherndes Zusammenleben von Menschen und Kulturen. Das ifa fördert den Kunst- und Kulturaustausch in Ausstellungs-, Dialog- und Konferenzprogrammen und agiert als Kompetenzzentrum der Auswärtigen
Kultur- und Bildungspolitik. Es ist weltweit vernetzt und setzt auf langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Das ifa wird gefördert vom Auswärtigen Amt, dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart. www.ifa.de