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Hermann GlöcknerFür Dresden

Wiedereröffnung des Leonhardi-Museums Dresden am 10. Oktober 2003

Zur Wiedereröffnung des Leonhardi-Museums am Freitag, dem 10. Oktober 2003 um 19.00 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

 

Hermann Glöckner

Kein Ausstellungsinstitut muß heute noch rechtfertigen, weshalb es Hermann Glöckner zeigt; eine städtische Dresdner Galerie, zudem in Loschwitz gelegen, schon gar nicht; und dennoch: die Wiedereröffnung des traditionsreichen Leonhardi-Museums ist Schnittpunkt mannigfacher Erwartungen; was kann dieses Haus leisten, was sollte es vermeiden – welche Ausstellung kann am ehesten den Weg kenntlich machen, den wir gehen wollen?

Mein Wunsch, das Museum mit einem speziellen Blick auf Glöckners Werk zu eröffnen, fand bei den Nachlaß-Verwaltern sofort Zustimmung; Rudolf Mayer hatte schließlich auch die bezwingende Idee, Glöckners Arbeiten „für Dresden“ zu untersuchen. So können wir unter dem Thema „Der Künstler und seine Stadt“ eine Ausstellung zeigen, die von den frühen Landschaftsstudien über wichtige Bilder der 20er und 30er Jahre bis zur baugebundenen Kunst und zu den eigenständigen Plastiken für den öffentlichen Raum Kunstwerke aus über 70 Schaffensjahren versammelt und in ihrem oft spannenden Entstehungsprozeß dokumentiert. Dabei geht es uns nicht um anbiedernde Referenz an den genius loci dieser Stadt – es wird vielmehr deutlich, wie sehr Glöckners Kunst in der Region gründet, von ihr inspiriert und auf sie bezogen ist. Hier in Dresden entwickelte er seine künstlerische Identität, ohne je von Provinziellem gefährdet gewesen zu sein. Ebenso, wie er in seinen frühen Arbeiten im Dürerschen Sinne die „Kunst aus der Natur gerissen“ hat, entwuchs das Universale seines Werkes wesentlich den regionalen Bezügen. Dieser Aspekt der Konstituierung des Universalen aus dem Regionalen soll für unsere Arbeit bestimmend bleiben – wir wollen dabei den mannigfaltigen Wechselbeziehungen zwischen Künstlern und dieser Stadt nachspüren.

Hermann Glöckners Werk wurzelt in der Region, weist aber darüber hinaus; es ist vielfältig, aber nie beliebig; unspektakulär und sparsam in Form und Mitteln, aber reich in der Wirkung; es ist Sammlung, nicht Zerstreuung. In diesem Sinne kann es Anspruch auch für die Arbeit unseres Hauses sein.

Die erstaunliche Reihe früher Gemälde und Zeichnungen wäre ohne die Großzügigkeit öffentlicher und privater Leihgeber nicht zustande gekommen; ihnen möchten wir Dank sagen, ebenso der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Freistaat Sachsen gemeinsam mit der Stadtsparkasse Dresden, deren freundliche Förderung den vorliegenden Katalog ermöglicht hat, sowie dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Prof. Dr. Werner Schmidt, Dr. Christian Dittrich und nicht zuletzt dem ständigen Begleiter unserer Vorbereitungen, Rudolf Mayer, danke ich sehr herzlich für ihre fundamentale Arbeit am Katalog und die Mitarbeit bei der Ausstellungsvorbereitung.

BERND HEISE