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»Resonanz«, 2018, Ölfarbe/Leinwand, 140 × 150 cm
»Resonanz«, 2018, Ölfarbe/Leinwand, 140 × 150 cm
Pantolette, 1996, Ölpastell, Acrylfarbe/Papier, 50 × 70 cm
Pantolette, 1996, Ölpastell, Acrylfarbe/Papier, 50 × 70 cm
Gerüst, 2019, Acrylfarbe/Papier, 50 × 70 cm
Gerüst, 2019, Acrylfarbe/Papier, 50 × 70 cm
Haustier, 2017, Ölfarbe/Leinwand, 130 × 150 cm
Haustier, 2017, Ölfarbe/Leinwand, 130 × 150 cm
Überzeichnung, 2019, Lexikonseite/Permanentmarker, 20,8 × 13 cm
Überzeichnung, 2019, Lexikonseite/Permanentmarker, 20,8 × 13 cm

Petra KastenStruktur der Materie

21.03.2020 — 27.09.2020

Da eine feierliche Eröffnung der Ausstellung nicht möglich war, wollen wir am Samstag, dem 26. September ab 18 Uhr eine Finissage mit einer Rede von Matthias Flügge veranstalten.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Was ist die Struktur der Materie, von Dingen, von Lebewesen? Man sehe sie, aber man könne sie unmöglich zeichnen, so Petra Kasten in einem Gespräch zur aktuellen Ausstellung im Leonhardi-Museum. So sei sie dazu gekommen, die Strukturen aus ihrer inneren Intuition zu schaffen. Doch sie untersucht in ihrer künstlerischen Arbeit, in Grafiken, Zeichnungen und Malerei, nicht nur die Strukturen des Dinglichen, sondern ebenso des Unsichtbaren, des nicht Offensichtlichen. Die Struktur des scheinbar Vordergründigen ist dabei nur eine Ebene, ebenso wichtig ist das, was dahinter hervorscheint. Mal ist es die eigentliche Beschaffenheit des Bildträgers, mal Typografie, die unter der opaken Grundierung hindurchscheint oder auch selbstbewusst stehen bleibt. Mal sind es weitere Strukturen, Farbflächen oder Muster, die einem maximal simplifizierten, gerade noch gegenständlichen Motiv Halt verleihen oder auch in offensichtlichem Widerspruch zu diesem stehen und so Brüche erzeugen.

In ihren Rasterbildern treibt Petra Kasten das Spiel der Ebenen ins Unendliche. Auf großformatigen Leinwänden verlässt sie das Reich des Gegenständlichen endgültig und entwirft einander überlagernde Netze aus senkrechten, waagerechten, einander kreuzenden Linien, die den Betrachter Schicht um Schicht in unheimliche Tiefen vordringen lassen. Oder auch nicht: In manchem Bild wird der Blick des Betrachters schon vom obersten Gitter zurückgeworfen, fast unzugänglich bleibt das Dahinter. Auf anderen Leinwänden verschwimmen die ersten Layer scheinbar zu einem Schleier, einer Membran, welche die Unendlichkeit dahinter zu etwas Ungewissem macht. Die Idee von der Struktur der Materie bleibt für Petra Kasten immer ein Suchen, das Kreisen um ein Rätsel, das wohl nie letztgültig gelöst werden wird. Vielleicht liegt genau darin der Reiz ihres Werks.

»Sich dem Werk von Petra Kasten anzunähern, bedeutet, sich mit der Frage nach dem in sich geglieder­ten Ganzen auseinanderzusetzen – sich mit den Strukturen vertraut zu machen, die im Weltbild der Künstlerin allgegenwärtig zu Tage treten:
›Wären all die geordneten, verstreuten sowie verworrenen Linien unserer Umgebung dunkle Striche, müsste uns dann die Atmosphäre nicht nahezu schwarz erscheinen?‹ (Petra Kasten)«
—EMILIA KRELLMANN—

Biographisches
Petra Kasten, geboren 1955 in Dresden, arbeitete nach dem Abitur als Verkäuferin für Künstlerbedarf und absolvierte ein Abendstudium an der HfBK Dresden. Nach dem regulären Studium (Malerei und Grafik, ebenfalls HfBK Dresden) gründete sie 1983 mit Lutz Fleischer und Andreas Hegewald den »Leitwolf-Verlag« und 1986, ebenfalls mit Lutz Fleischer, den »Schlüsselbundverlag«. Nach dem Meisterschülerstudium bei Prof. Günther Horlbeck (1986–88) war Petra Kasten Mitglied der »Obergrabenpresse«. In den 1990er und 2000er Jahren weilte sie im Rahmen verschiedener Stipendien u.a. in der Villa Massimo (Rom), in Columbus/Ohio, Peking, Bad Ems und Koblenz. Seit 2017 wohnt und arbeitet Petra Kasten in Pulsnitz bei Dresden.