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»Himmel«, 2003 Collage, Spiegel hinter Glas, 61 × 43,5 cm
»Himmel«, 2003 Collage, Spiegel hinter Glas, 61 × 43,5 cm
horizontal / vertikal / diagonal, 2009, Installation (Foto: Frank Höhler)
horizontal / vertikal / diagonal, 2009, Installation (Foto: Frank Höhler)
horizontal / vertikal / diagonal, 2009, Installation (Foto: Frank Höhler)
horizontal / vertikal / diagonal, 2009, Installation (Foto: Frank Höhler)

Stefan Nestlercollage concrete

28.02.2009 — 26.04.2009

»Stefan Nestler entwirft Gebilde nach den Regeln der Schönheit, deshalb könnte man annehmen, er sei hauptberuflich Künstler; tatsächlich ist er viel mehr: nämlich ein Zeit und Alltag durchforstender Reflektor, der mit Dingen zu tun hat, die er von seinen fantastischen Exkursionen mitbringt oder im Vorübergehen einfach irgendwo aufsammelt. Das macht den überwiegenden Teil der Faszination seiner Werke aus, denn er kommt stets mit merkwürdigen, wunderbaren Fundstücken aus seinem zwischen Weltentdeckung, Erkenntnisblitz und Geschichtstiefe weitgesteckten Erkundungsfeld zurück.« — CHRISTOPH TANNERT — (2008)

Unter dem Titel collage concrete zeigt das Leonhardi-Museum Arbeiten aus den Jahren 1997 bis 2008 des Dresdner Künstlers Stefan Nestler.

Wir freuen uns, mit dieser Auswahl von Collagen, Objekten und Fotografien Stefan Nestlers erste museale Einzelausstellung präsentieren zu dürfen. Zudem hat der 1962 in Freiberg/Sachsen geborene Nestler mit »horizontal / vertikal / diagonal« eine außergewöhnliche, ortsbezogene Installation für unser Haus geschaffen. In nur zwei Tagen ummantelte Nestler dafür die Fassade des Museums mit einer geometrischen Einrüstung und gibt so sein Statement zum verschnörkelten Übermut des Fachwerkbaus.

Stefan Nestler ist Entdecker, Alltagsresteverwerter, Konstruktivist und Poet. Er hat zu einer unverwechselbaren Sprache gefunden, die – geprägt von Minimal Art und der Dresdner Tradition der Abstraktion – auf singuläre Weise Erfahrungen von Collage, Bricollage, Objektkunst und Farbfeldmalerei verschmilzt. Aus scheinbar wertlosen Fundstücken wie Schraubverschlüssen von Plastikflaschen, Zigarettenfiltern und Briefmarken vermag Stefan Nestler Kunst zu kreieren, die von Leichtigkeit und ungeheurer Lebendigkeit durchpulst wirkt. »Dabei bringt er den vorgefundenen Materialien und Objekten absoluten Respekt entgegen, indem er ihre Form in keiner Weise verändert, sondern lediglich anordnet, kombiniert und nach den ästhetischen Gesetzen von Form und Farbe ausbreitet.